Dorfkirche Wabelsdorf
.Das Kirchenschiff ist romanischen Ursprungs (1430, die ursprüngliche Kirche aber aus dem 12./13 Jahrhundert) und trug lange Zeit eine bemalte Holzdecke. 1473 brannte die Kirche ab. Im 20. Jahrhundert wurde westseitig eine kleine Vorhallte hinzugefügt.
Der Ostteil des Kirchleins ist ein kleiner gotischer Zubau, dessen stern-rippengewölbter 5/8 Chor aus drei Jochen und dem Schluss besteht; Rippen auf figürlich gebildeten Konsolen; Breite des Chores 3,3 m, Länge 5 m. Die Wandflächen und Gewölbefelder sind mit Gemälden geschmückt, deren Freilegung 1937 begann. Der Erhaltungszustand ist sehr fragmentarisch. An der Innenseite des Triumphbogens ist das Weltgericht abgebildet, Christus auf dem Regenbogen thronend mit Maria und Johannes, Apostel zu beiden Seiten in steil ansteigender Reihe sitzend. In den schmalen Zwickeln sieht man die Himmelspforte mit posaunenblasenden Engeln, bzw. Höllenrachen mit bunten kleinen Figuren. An den Wänden sind schlecht erhaltene und fragmentierte Szenen aus einer Heiligenlegende, die reich mit (schwer lesbaren) Spruchbändern ausgestattet sind.
1. Joch - oben: Nimbierter Heiliger in grauen Beinlingen und rotem Mantel; vor ihm kniender Jüngling mit aufsteigendem Spruchband. Darunter: Heiliger in einem Sarg liegend, davor einige Personen.
2. Joch: Durch Fensterausbruch zerstört; Rest zeigt den Giebel eines Hauses.
3. Joch - oben: Heiliger vor einer zerfallenen Götzensäule; dahinter offene Architektur mit Blick in eine Halle mit Rippengewölben.
Unten: Dem Heiligen wird eine glühende Rüstung angezogen.
4. Nordöstliche Wand: Der Heilige bittet für die armen Seelen (?); mangelhaft abgedeckt.
5. Ostwand: Fenster; Tünche noch nicht abgelöst.
6. Südostwand: Fenster; nicht abgedeckt.
7. Südseite des 3. Joches - oben: Der Heilige vor einem Tor (?);
Unten: Der Heilige mit einem in weiße Tücher gehüllten Mann. Daneben einige Tiere, darunter ein Ochse; rechts ein Schlafender.
8. Südwand des 2. Joches: Sakristeitür, darüber Mauernische mit gemalter Umrahmung.
9. Südwand des 1. Joches - oben: Der Heilige wird geköpft. Mantel innen rot, außen grün. Das Blut des Heiligen kommt, drastisch dargestellt, über den vor ihm stehenden König (im Scheitel des Bildfeldes die Sonne; aus ihr fließt in breitem roten Strom das Blut auf das Haupt des Königs).
Unten: Mann in graue Tücher gehüllt, betend. Links Felspartie mit Bäumen; daneben ein jüngerer Mann in rostrotem Wams mit Beinlingen, Jagdstiefeln und Tieren.Alle Gemälde im Chorraum haben blaugrauen Hintergrund mit grüner Umfassung, manchmal plattenartig belegten Boden. Sie sind entweder durch Blattranke oder grün-weiß-roten Streifen mit aufgesetzten Schablonenmuster gerahmt. Texte sind verschiedentlich auch außerhalb der Spruchbänder unmittelbar auf die Bildfläche gesetzt, jedoch sind auch sie im Zusammenhang nicht mehr lesbar. Alles in allem eine ziemlich derbe Malerei aus der Mitte des 15. Jahrhunderts.
An der äußeren Südwand der Kirche ist ein Fresko des hl. Christophorus. Der Riese schreitet nach links und wendet das bärtige Haupt dem Kinde zu, das von seiner linken Hand unterstützt, im weißen Gewand und rotem Mäntelchen auf der linken Schulter sitzt. Der Riese hält den Baumstamm rechts und trägt einen weißen Rock mit goldgelbem Granatapfelmuster, blauem Kragen und ebensolchen Manschetten. Auf der Brust hat er eine breite Kette, an der ein Bruderschaftsorden - Edelstein in sternförmiger Fassung von einem Engel gehalten, daran ein gleicharmiges Kreuz - befestigt ist. Außerdem hat er noch eine Tasche mit Brot und eine modische Mütze. Links ist eine Felsenkulisse mit Einsiedlern zu sehen und im Hintergrund Wasser und hellblauer Himmel.
Mittelmäßige Erhaltung. Nahe Verwandtschaft mit Leibsdorf und Eiersdorf. Vermutlich Anfang des 16. Jahrhunderts.
Am 26. Juni 1872 schlug der Blitz in den Turm ein, worauf dieser abbrannte. Im August und September 1884 wurde er neu errichtet.
Am 17. August 1942 wurde der neue Kreuzweg in Wabelsdorf errichtet und von P. Walter Rücker (Franziskaner) eingeweiht. Kosten: Malerei - 140 RM, Tischler und Glaser -115,40 RM. Bezahlt von einem ungenannten Wohltäter.
1960 wurde die Kirche innen neu gefärbelt.
Am Sonntag, dem 4. Oktober 1981 feierte Wabelsdorf die Einweihung der renovierten Filialkirche. Die Renovierung erfolgte in kleinen Schritten (von 1976 bis 1981). Die Planung und die Organisation der Durchführung lag weitestgehend in den Händen von Hr. VS-Dir. OSR Herbert Pewal. Die Renovierungsarbeiten beliefen sich auf 455.000,-- S, die Instandsetzung der Glocken und des Glockenstuhles auf 80.000,-- S. Die Bevölkerung allein brachte 245.000,-- S auf.
1991 erhielt das Kirchendach eine neue Eindeckung (Kosten 67.090,--S).
1992 wurden zur und rund um die Kirche Steinplatten verlegt, wobei Hr. Heinzi Weidlitsch besonders zu erwähnen wäre.
Im Jahre 1995 wurde die Kirche außen neu gefärbelt.
1999 wurde das Dach über dem Presbyterium mit Steinschindeln in Eigenregie neu eingedeckt. Die übriggebliebenen Steine wurde für den Goritschacher Bildstock verwendet.
Glocken in Wabelsdorf
Die Dorfkirche hat zwei Glocken:
1. Große Glocke: Durchmesser 77 cm; Höhe 71 cm; Gewicht: 275 kg.
Figurenrelief: Kreuzigungsgruppe, hl. Georg, Maria mit dem Jesuskind, hl. Martin;
Inschrift: Mathias Zechenter hat mich gegossen in Klagenfurt anno 1724. Zu Gottes Ehr bin geflossen. Ecce crucem Domini, fugite partes adversae; vicit Leo de tribu Juda Radix David Alleluja.2. Kleine Glocke: Durchmesser 68 cm; Höhe 60 cm; gegossen 1805;
Figurenreliefs: Anton von Padua, Maria, Josef, Kreuzigungsgruppe.
Inschrift: Est nomen Domini benedictum.Diese Glocke wurde von einer Kirche in Tirol gekauft als Ersatz für die im Weltkrieg abgelieferte kleinere Glocke.
Die zwei entwendeten Glocken kamen 1948 wieder zurück, jedoch kam die größere vorübergehend nach Tainach und erst am 14. Juli 1953 wieder nach Wabelsdorf.Zurück zu Geschichte der Pfarre // Zurück zur Startseite