Gedanken zum Sonntag... 

                     entnommen dem Schott-Messbuch

06.06. 10. Sonntag im Jahreskreis:  „Junger Mann, steh auf!“
Der junge Mann aus Nain war das einzige Kind seiner Mutter, einer Witwe. Jesus hat ihn auferweckt, um die Mutter zu trösten, aber auch um die Macht der Liebe Gottes zu offenbaren; um zu sagen: Die Zeit ist gekommen, die Verheißungen gehen in Erfüllung. Tote stehen auf, den Armen wird das Evangelium verkündet.

 13.06. 11. Sonntag im Jahreskreis:  Dem Liebenden werden Sünden vergeben.
Jesus hat nie die Sünde verharmlost; sie war für ihn das größte Übel, die schlimmste Krankheit. Aber er war gut zu den Sündern und hat ihnen die Vergebung Gottes zugesprochen. Der Mensch ist vor Gott ein „zahlungs-unfähiger“ Schuldner. Aber das Erbarmen Gottes ist mächtiger als die Sünde.

 20.06. 12. Sonntag im Jahreskreis:  Der Menschensohn muss vieles erleiden.
Jesus, der „Messias Gottes“, geht seinen Weg nicht so. wie die Menschen es erwarten, sondern so, wie Gott es ihm bestimmt hat. Es ist der Leidensweg, und diesen Weg muss auch der Jünger Jesu gehen, und zwar „täglich“. Das hat Jesus „zu allen“ gesagt.

 27.07. 13. Sonntag im Jahreskreis:  Ich will dir folgen, wohin du gehst.
Weisungen für die Nachfolge Jesu: der ganze Mensch wird gefordert. Keine Halbheit und kein Rückzug ist erlaubt. Wer ist zu einer solchen Nachfolge tauglich? Wer gerufen wird und den freien Mut hat, sich wie Jesus in die Hand Gottes zu geben.

 04.07. 14. Sonntag i. Jahreskreis: Wenn man euch nicht aufnimmt, dann geht wieder.
In dieser Welt gibt es Frieden nur durch Versöhnung, durch Verzeihung. Gott will die Versöhnung, er bietet sie an. Wenn ein Mensch begreift, dass ihm verziehen wurde, kann er neu anfangen. Dann hört er den Bach wieder rauschen und spürt die Wärme der Sonne.

 11.07. 15. Sonntag im Jahreskreis:  Wer ist mein Nächster?
Der Mitmensch, an dem ich vorbeigehe, dem ich ausweiche, den ich nicht sehen will, der mir nahe ist und doch nicht mein Nächster, das ist die Hölle. Der Hass ist die Hölle. Er hat, wie die Liebe, viele Stufen und Weisen. Der Grundsatz des Lebens aber ist die Liebe. Wer es erfüllt, ist ein göttlicher Mensch.

 18.07. 16. Sonntag im Jahreskreis:  Im Dienen und Beten Gott begegnen.
Wer rechnet damit, in seinem Leben Gott zu begegnen? Was wäre das für ein Gott, dem man jeden Tag irgendwo irgendwie begegnen könnte? Aber Gott ist da. Nicht in dem, was wir „Gottesgestalt“ nennen, sondern ganz einfach als Mensch. Als Freund, als Fremder, als Ausländer, als einer, der uns braucht. Er kommt so, wie er will, nicht wie wir es uns ausdenken.

 25.07. 17. Sonntag im Jahreskreis:  Bittet, dann wird euch vergeben.
Jesus hat gebetet und er hat seine Jünger beten gelehrt. Er hat ihnen das Vaterunser als Grundform und Grundweisung für alles Beten gegeben. Jeder Christ betet das Vaterunser auf seine ihm eigene Weise. Wer das Vaterunser mit aufrichtigem Herzen beten kann, hat angefangen, ein Jünger Jesu zu sein.

 01.08. 18. Sonntag im Jahreskreis:  Wohin einmal mit den Schätzen dieser Welt?
Nichts bleibt, wie es war, auch ich selber nicht. Nichts von dem, was ich weiß und will und zu haben meine. Ist also die Vergänglichkeit das einzige, was dauert? Ein Mensch, den Gott angeschaut hat und der Gott in seinem Leben auch eine Rolle spielen lässt – kann ein solcher jemals vergehen?

 08.08. 19. Sonntag im Jahreskreis:  Haltet auch ihr euch bereit!
Wach sein heißt wissen, was geschieht, und bereit sein für das, was kommt; in Treue der Gegenwart dienen, im Glauben die Zukunft wagen. Wenn die Herde schläft, muss der Hirt wachen, um die Gefahr abzuwehren, aber auch um die Zeichen der Hoffnung zu sehen, um Wege in die Zukunft zu suchen.

 15.08. Mariä Himmelfahrt:  Der Mächtige hat Großes an Maria getan.
Der Lobgesang Marias, das Magnifikat, ist eine Antwort auf das, was ihr von Gott her geschehen ist. Das Lied feiert die Größe Gottes, seine Macht, seine Barmherzigkeit und seine ewige Treue. Der Lobgesang aller Glaubenden der alten Zeit und der kommenden Generationen fügt sich in dieses Danklied ein.

22.08. 21. Sonntag im Jahreskreis:  Ich weiß nicht, woher ihr seid.
Bewegt uns die Frage noch, ob wir gerettet werden, und die Frage, ob es viele oder wenige sind, die gerettet werden im Gericht Gottes? Es gibt über eine Milliarde Christen, aber die Welt ist voll Hass und Angst. Aber hin und wieder gibt es einen Christen, und wo er auftritt, gerät die Welt in Staunen.

29.08. 22. Sonntag im Jahreskreis:  Wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt werden.
Ein Mensch, dem nichts daran liegt, reich zu werden und aufzusteigen, der einfach gut sein und dienen will, das kommt äußerst selten vor. Die Demut gilt in unserer Welt so wenig wie die Unschuld. Aber nur zum Demütigen kann Gott sagen: Mein Freund, rücke weiter hinauf.

05.09. 23. Sonntag im Jahreskreis:  Wer sein Kreuz nicht trägt, kann mir nicht folgen.
Die Demut hat es mit Gott zu tun, in zweiter Linie mit den Menschen. Aber nie mit der Dummheit. Nur der weise gewordene, der klar und reif gewordene Mensch kann demütig sein. Er geht seinen Weg von Stufe zu Stufe, von Freiheit zu Freiheit. Er folgt Jesus nach.

12.09. 24. Sonntag im Jahreskreis:  Bei Gott herrscht Freude über bekehrte Sünder.
Gott hat Geduld mit uns, er wartet darauf, uns aufzufangen, wenn wir fallen, uns zu umarmen, wenn wir aus der Verlorenheit heimkehren. Gott nimmt den Menschen ernst, er hält im die Treue. – Woher wissen wir das alles? Nur weil Jesus es uns gesagt hat!

19.09. 25. Sonntag im Jahreskreis:  Kein Sklave kann zwei Herren dienen.
Die Armut ist keine Tugend und der Reichtum kein Laster. Aber die Sucht, reicher und noch reicher zu werden, schafft nicht nur soziale Konflikte; sie verdirbt den Menschen. Der Mensch ist wie ein tiefer Brunnen, er kann sich nur von seinem Grund her füllen. Auf dem Grund, in der tiefen Mitte des Menschen, geschieht Gottes Gegenwart.

26.09. 26. Sonntag im Jahreskreis:  Lazarus wird getröstet, der Reiche muss leiden.
Es ist nicht nur die Armut der Armen die allein Reichtum fragwürdig macht. Und die Gefahr, in der der Reiche lebt, besteht nicht eigentlich darin, seinen Reichtum zu verlieren, sondern ihn zu behalten, etwa so, wie man einen Knecht behält, der sich zum Herrn und Tyrannen gemacht hat.

03.10. 27. Sonntag im Jahreskreis:  Wäre euer Glaube nur so groß wie ein Senfkorn...
Glauben hat mit Vertrauen und mit Treue zu tun. Dem Freund glaube ich, dass er die Wahrheit sagt. Ich traue seinem Wort, denn ich kenne sein Herz. Gott ist treu, und was er tut, ist wahr. Er schuldet mir keinen Lohn und keine Erklärung. Er führt und fordert, entscheidet und richtet. Er ist der Herr.

10.10. 28. Sonntag im Jahreskreis:  10 Geheilte, aber nur einer bedankt sich!?
Jeder braucht die Hilfe anderer, um leben zu können. Wir sie ihm verweigert, so spricht man von Unmenschlichkeit. Wer aber nur das und all das haben will, worauf er glaubt, Anspruch zu haben, verliert dabei selber etwas wesentlich Menschliches: die Fähigkeit, sich beschenken zu lassen und zu danken.

17.10. 29. Sonntag im Jahreskreis:  Wird der Menschensohn noch Glauben finden?
Der Mensch ist in der Welt das einzige Wesen, das Gott erreichen, erkennen und fassen kann. Er kann Gottes Macht und Liebe anrufen; er kann schreien, singen, danken, bitten. Der Mensch allein kann beten.

24.10. 30. Sonntag im Jahreskreis:  Gezeigtes beten – Stilles beten.
Gott ist groß. Er ist der andere, und er ist anders. Aber seine Größe ist nicht wie eine abweisende Grenze. Er lässt es sich gefallen, dass Menschen über ihn reden und dass sie zu ihm reden; auch dass wir Törichtes reden, etwa: Ich danke, dass ich nicht bin wie die anderen (welchen anderen?).

31.10. 31. Sonntag im Jahreskreis:  Der Menschensohn will suchen und retten.
Es gibt in der Welt Sünder und Heilige. Wir selbst rechnen uns wohl nicht zu den Heiligen, aber auch nicht eigentlich zu den Sündern. Es muss da doch noch einen mittleren Weg geben, eine gute Mitte. Gibt es wirklich die Mitte zwischen gut und böse? Oder gibt es sie nur für mich? Auf alle Fälle kam Jesus zu den Sündern, nicht zu den „Braven“!

01.11.  Allerheiligen: Selig seid ihr - freut euch und jubelt!
Allerheiligen ist wie ein großes Erntefest: Die Frucht, die aus dem Sterben des Weizenkorns wächst und reift, sehen wir, bewundern wir, sind wir. Noch ist die Ernte nicht beendet. Noch sind wir unreif. Noch seufzen wir.

02.11.  Allerseelen: Ich bin die Auferstehung und das Leben.
Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt, sagt Jesus zu Marta. Er wird das Licht des Lebens haben, er wird gerettet werden. Und die Frage an Marta ist auch an uns gerichtet: „Glaubst du das?“

07.11. 32. Sonntag im Jahreskreis: Er ist kein Gott der Toten, sondern der Lebenden.
Der Mensch fragt nach dem Sinn, nach gestern und morgen. Er lebt von der Hoffnung, von vielen kleinen Hoffnungen und von der einen großen: Ich lebe, und ich werde leben. Die andere Möglichkeit ist die Verzweiflung: alles vergeht, auch ich vergehe; nichts wird bleiben. Wer aus dem Glauben lebt, weiß, dass es das ewige Leben gibt.

14.11. 33. Sonntag im Jahreskreis:  Einst kommen die Letzten Dinge.
Der Tag des Herrn, der Tag seiner offenbaren Ankunft, wird das Ende dieser Zeit bedeuten. Die Macht und die Herrlichkeit werden sichtbar werden: es wird klar sein, was gilt und was bleibt. Sollen wir den Tag herbeiwünschen? Er hat schon begonnen: Gott richtet und rettet – jetzt!

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