Dorfkirche Eiersdorf (Hl. Rupert)

          Erbaut um das Jahr 1430 im gotischen Stil.
         
Wer sich die alte, gotisch beschlagene Pforte dieser Kirche aufschließen lässt, und durch das kniebogig gestaltete Portal das kleine Gotteshaus betritt, wird angenehm überrascht sein. Der Chor ist vom breiten Schiff durch einen kräftigen Triumphbogen getrennt. Der gotisch überwölbte Schiff- und Chorraum ist von einem reichen, engmaschigen Netzrippenwerk ausgefüllt, das nach der erfolgten Renovierung  besonders eindrucksvoll auf den Beschauer wirkt. Die Wände sind mit Halbsäulen gegliedert. Westlich ist eine gotische Empore eingebaut. Im Chorraum hat der Meisel eines gewandten Bildhauers aus den Konsolen und Kapitellen zahlreiche Köpfe und Figuren - zumeist zur Abwehr böser Geister - herausgearbeitet. Der Betrachter muss genau hinsehen, um alle zu entdecken. Ein Kapitell weist drei bärtige Türkenköpfe auf; da entdeckt man sonderbare Tiergestalten und einen Schildträger mit dem Zeichen des Meisters.
         
Vor dem Hauptaltar befindet sich unter dem leicht zu entfernenden Podium aus Holz ein Steinpodium, auf dem die römischen Worte zu lesen sind: ANO CLVIR VSFRATRI DANYV ...
          Die Hauptnische des barocken Hauptaltars hütet eine gotisch geschnitzte bemerkenswerte Figur, die den hl. Rupert, den Patron der Eiersdorfer Kirche, darstellt. Mit dem Bischofsgewand gekleidet, hält er in seiner Rechten ein Salzfässchen sowie das Buch mit der Frohbotschaft und in seiner Linken den Bischofsstab, in dessen Krümmung der hl. Georg mit dem Drachen kämpft. Älter als dieser Rupert ist jedoch die Rupertusfigur auf dem Sakristeischrank, die dort zwischen den zwei hl. Leviten Laurentius und Stephanus steht. Ober der Rupertusstatue des Hauptaltars steht in einer kleinen Nische die Figur des Evangelisten Johannes mit dem Kelch in der Hand. Diese Figur wird seitlich oberhalb von zwei kleinen, und seitlich von zwei größeren Engeln flankiert. An der Nordwand des Kirchenschiffes stehen zwei Halbsäulen auf zwei Konsolen, die gotisch geschnitzten Apostel Petrus und Andreas. Sie flankierten vor der Renovierung die Rupertusstatue des Hauptaltars.
         
An der Nordwand sah man früher noch Reste eines Freskos aus dem 15. Jahrhundert, das mit seiner Pieta einst einem Zyklus angehörte, der die ganze Kirche ausfüllte. Lediglich ein kleines Fresko an der Nordostecke des Schiffes wurde beim Renovieren von der Tünche freigelassen.
         
Wo früher einmal der linke Seitenaltar stand, steht heute nur noch der gemauerte Altarstein. Auf ihm steht nun die gekrönte Maria mit dem Kind. Diese Figur befand sich einstmals auf dem Hauptaltar unter der Rupertusfigur. Sie ist mit einem Stoffgewand bekleidet, war ursprünglich in der Pfarrkirche zu Tainach und wurde dort immer am Hauptfest Mariä Himmelfahrt bei der Prozession mitgetragen. Als Tainach eine neue Marienfigur bekam, schenkte man die ältere Statue den Eiersdorfern.
         
Im Jahre 1883 wurde die Kirche ganz renoviert.
         
Seitlich daneben steht in kleinerem Format die Figur Anna mit Maria. Diese Figur befand sich seinerzeit im oberen Teil des linken Seitenaltars.
         
1973 wurde die Kirche erneut restauriert. Die in der Pfarrkirche Tainach nicht mehr gebrauchten Kirchenbänke wurden für die Dorfkirche in Eiersdorf entsprechend hergerichtet und aufgestellt. Die Arbeiten führte Gottfried Jörg durch.
          An der äußeren Südwand der Kirche ist ein mächtiger Christophorus, den ein Meister um 1480 schuf. Der Mittel- und Oberteil des Gemäldes ist noch gut erhalten. 1992 wurde das gesamte Fresko vom Restaurator Arnold (Klagenfurt) befestigt, damit es der Nachwelt erhalten bleibt.
         
Im Sommer 1992 wurde in Eiersdorf mit der Kirchendeckung begonnen. Das Bundesdenkmalamt schrieb Natursteine vor, was die Kosten enorm in die Höhe trieb. Zu den 300.000,-- S vom Bundesdenkmalamt erhielt die Kirche noch etwas von der Finanzkammer, aber etwa 200.000,-- S mussten die Leute selbst aufbringen, um das 740.000,-- S teure Vorhaben zu finanzieren. Und das, obwohl fast unglaubliche 1200 Stunden von den eigenen Dorfbewohnern an Arbeitsleistung erbracht wurden.
          Zum Jahrskirchtag (um St. Rupert, 24. 9.) erhielt die Dorfkirche Eiersdorf 1994 einen Volksaltartisch.
         
Im Jubeljahr 1995 wurde die Restaurierung des Turmes in Angriff genommen. Dabei entdeckte man an den Ecken des Turmes Quaderungen, die in ihren ursprünglichen Farben wieder hergestellt werden sollen.
         
In der Sakristei befinden sich noch andere Kostbarkeiten: Die Rupertistatue (älter als die am Hauptaltar) und zwei Statuen der Leviten Laurentius und Stefanus. Während der hl. Rupert bunt ist, waren die zwei anderen ursprünglich vergoldet, sind aber jetzt nur noch als Naturholzfiguren zu sehen. Restauriert und imprägniert wurden alle drei im Jahre 1995 (Kosten: nur 15.000,-- S). Weiters ist in der Sakristei noch eine kleine bekleidete Figur zu sehen. Sie stellt die hl. Luzia dar, und wird an ihrem
Namenstag (13. Dezember) auf dem Opfertisch beim Kircheneingang aufgestellt.

  Glocken in Eiersdorf  
        (zuerst eine Glocke, später zwei)
Durchmesser 76 cm; Höhe 60 cm; Figurenreliefs: Hl. Rupert, hl. Johannes Evangelist. Die gotische Inschrift ist wegen des hohen Alters unleserlich.
          Am 24. Oktober 1954 erhielt die Eiersdorfer Kirche eine neue Bronze-Glocke. Die Lieferfirma war die Gießerei Bühl in Häring, Tirol; das Gewicht der Glocke betrug 123 kg und sie kostete 5500 S. Sie tönt im Ton E und hat als Relief die hl. Luzia und die Inschrift: Hl. Luzia, bitt für uns. Eiersdorf im Marianischen Jahr 1954.
         
Paten
: Anton Herzog (Groß) und Elise Kucher.

Zurück zu Geschichte von Tainach  //  Zurück nach Tainach  //  Zurück zur Startseite